Jura-Referendariat
Berufsunfähigkeits­versicherung

Berufsunfähigkeits­versicherung im Jura-Referendariat

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Tobias Escherich
Aktualisiert am 
17.4.2026
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Berufsunfähigkeits- und Dienstunfähigkeitsversicherungen sind für Referendare aufgrund des jungen Alters sehr günstig.
  • Die gesetzliche Rentenversicherung deckt als Basisangebot viele Fälle der Berufsunfähigkeit nicht ab, sodass eine ergänzende Versicherung den Versicherungsschutz erweitert.
  • Bei verbeamteten Referendaren ist der Schutz zwar besser, allerdings richtet sich der Schutz nach den Bezügen, welche bei Referendaren sehr niedrig sind.

Was ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufs- (Selbstständige oder Angestellte) bzw. Dienstunfähigkeitsversicherung (Beamte) sichert die Existenz über die staatlichen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung hinaus ab, wenn man dienstunfähig wird. Auch wenn die eigene Berufsunfähigkeit kein Thema ist, mit dem man sich gerne auseinandersetzt, ist es sinnvoll, dies frühzeitig zu tun, da man im jungen Alter von sehr günstigen Konditionen profitiert.  

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Referendare sinnvoll?

Angestellte Rechtsreferendare, also solche in Bundesländern ohne Verbeamtung, sind gesetzlich dazu verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Die gesetzliche Rentenversicherung dient nicht nur der Altersrente, sondern greift auch im Fall der Berufsunfähigkeit. Dennoch ist der Betrag, der in Fällen der Berufsunfähigkeit gezahlt wird, oft gering und deckt nicht vollständig die Lebenshaltungskosten ab, sodass der Lebensstandard nicht gehalten werden kann. Wer dieses Risiko absichern möchte, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. 

Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Referendar sprechen die geringen Kosten. Je früher eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung im Leben abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Konditionen. Für die Höhe der Beiträge ist der Gesundheitszustand von besonderer Bedeutung. Bei jüngeren Menschen fällt dieser typischerweise deutlich besser aus.

Besonderheiten bei verbeamteten Referendaren

Beamte sind im Fall der Dienstunfähigkeit im Vergleich zu Angestellten bei Berufsunfähigkeit allgemein besser abgesichert. Diese Absicherung greift aber oft nicht zugunsten von Rechtsreferendaren, da diese nur Anwärter, z. B. Beamte auf Widerruf, sind. Selbst wenn Referendare abgesichert sind, ist die Höhe der Absicherung abhängig von der Dienstlaufzeit, sodass junge Dienstunfähige nur geringfügigen Schutz genießen. Wer dieses Risiko absichern möchte, sollte den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in Betracht ziehen. Zu beachten ist hierbei, dass eine Dienstunfähigkeit nicht immer gleichzeitig zur Berufsunfähigkeit führt. Deswegen sollte die Versicherung eine Klausel enthalten, wonach die Versetzung in den Ruhestand und die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit gleichermaßen als Berufsunfähigkeit gilt.  

Tipp: Die Berufs- bzw. Dienstunfähigkeitsversicherung kann auch mit einer Basisrente für einen höheren Beitragssatz kombiniert werden, was wegen deren steuerlichen Absetzbarkeit steuerliche Vorteile haben kann und einem eine zusätzliche finanzielle Absicherung bietet. Eine Beratung über eine solche Möglichkeit für (angehende) Juristen wird von Versicherungsmaklern und den jeweiligen Versicherungen angeboten.  

Tipps für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung  

Wenn Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchtest, solltest Du die folgenden Tipps beachten:

  • Keine abstrakten Verweise auf Gesetze in den Versicherungsbedingungen: Solche Verweisungen werden in der Regel verwendet für eine Begrenzung des Versicherungsschutzes. Insbesondere für den Fall, dass die Versicherung dann nicht zahlen muss, wenn der Versicherte noch zur Ausübung irgendeines Berufes in der Lage ist. Dies dürfte in fast allen Fällen noch möglich sein. Vielmehr sollte auf die Ausübung eines juristischen Berufes abgestellt werden z. B. des letzten konkret ausgeübten Berufes.  
  • Keine zeitliche Begrenzung des Versicherungsschutzes: Der Versicherungsschutz sollte keiner zeitlichen Begrenzung unterliegen.
  • Früher Schutz: Es ist empfehlenswert, sich für eine Versicherung zu entscheiden, die ab einer Berufsunfähigkeit von 50 % den vollen Betrag auszahlt, damit man langwierige Streitigkeiten über Beschäftigungsmöglichkeiten verhindern kann.

Häufig gestellte Fragen

Welche Versicherungen sollten Referendare außerdem in Betracht ziehen?
Weitere wichtige Versicherungen, die Referendare in Betracht ziehen sollten, sind eine private Haftpflichtversicherung und eine Hausratsversicherung.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Preis fangen - je nach Leistungsumfang - bei ca. 20 Euro im Monat an.
Braucht man eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sicherlich nicht zwingend erforderlich. Allerdings verhindert eine entspr. Versicherung, im Falle der Berufsunfähigkeit in wirtschaftliche Not zu geraten.
Wie hoch sind die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung fangen bei circa 20 € im Monat an. Die Kosten sind vom Gesundheitszustand, dem Alter und der Absicherung abhängig.
Welchen Vorteil hat der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Referendar?
Referendare profitieren von geringeren monatlichen Beiträgen aufgrund des guten Gesundheitszustands und dem jungen Alter.