Jura-Referendariat in Hamburg: Die Wahlstationen und die mündliche Prüfung
Das Wichtigste in Kürze:
- Es gibt im Hamburger Referendariat zwei Wahlstationen. Bei der ersten Wahlstation gibt es strenge Vorgaben für die Auswahl des Stationsgebers, sodass als Stationsgeber primär Gerichte, Behörden oder die Staatsanwaltschaft in Betracht kommen.
- Bei der zweiten Wahlstation haben Referendare sehr viel Auswahl bezüglich der Ausgestaltung der Station.
- Zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung bietet das OLG an, Aktenvorträge zu üben.
Wahlstation I: Stationsgeber
Die erste Wahlstation absolviert man vor den schriftlichen Prüfungen. Bei der ersten Wahlstation kann man entweder zum Gericht, zur Staatsanwaltschaft oder zu Verwaltungsbehörden gehen. Somit handelt es sich wahlweise um eine weitere Gerichts- bzw. Verwaltungsstation. Die Besonderheit der Wahlstation I ist, dass die Station im Ausland verbracht werden kann. Deshalb nutzen viele Referendare in Hamburg die Wahlstation I, um an eine Botschaft, zu einer Handelskammer im Ausland oder zur Europäischen Kommission zu gehen.
Wahlstation II: Stationsgeber
Insgesamt besteht viel Auswahl bezüglich der Ausgestaltung der Wahlstation II. Attraktiv ist, dass man die Station etwa auch im Ausland absolvieren kann. Bei der Auswahl der Wahlstation sollte man im Blick haben, dass von der Ausgestaltung der Wahlstation der Schwerpunkt in der mündlichen Prüfung abhängt. Der Schwerpunkt wiederum entscheidet über das Rechtsgebiet des Aktenvortrags. Ca. 3 Monate vor den schriftlichen Klausuren wählt man den Schwerpunktbereich, wobei die thematische Ausrichtung der Wahlstation inhaltlich mit dem gewählten Schwerpunkt übereinstimmen muss. Ob dies auch der Fall ist, wird allerdings primär auf Plausibilität geprüft. Wichtig ist auch, dass die Wahl definitiv ist und nicht mehr geändert werden kann, nicht einmal in einem etwaigen Verbesserungsversuch.
Die Wahlstation II bietet die Möglichkeit, die Station bei sehr außergewöhnlichen Stationsgebern zu absolvieren. Beispiele für exotische Stationen in der Wahlstation:
- Botschaften & Konsulate: Deutsche Botschaft in Paris, Deutsche Botschaft in Washington, Deutsche Botschaft in Tokio
- Unternehmen: Trade Republic, Google, Porsche
- Profisport: DFL, HSV, Werder Bremen
- NGO: Gesellschaft für Freiheitsrechte, Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, Client Earth
Die Wahlstation ist eine einzigartige Gelegenheit, Einblicke in Bereiche zu erhalten, die man später nie wieder erhalten wird. Alternativ kann die Wahlstation auch genutzt werden, um einen möglichen späteren Arbeitgeber kennenzulernen, zum Reisen usw. Mehr zur Auswahl des passenden Stationsgebers findet Ihr in diesem Beitrag zur Wahlstation.
Vorbereitungsangebote für die mündliche Prüfung
Als Vorbereitung für die mündliche Prüfung bieten das OLG und Justizprüfungsamt an, Aktenvorträge zu üben. Die Anmeldung hierfür erfolgt über eine Internetliste, unpraktisch an der Anmeldung ist, dass die Liste von allen Referendaren bearbeitet werden kann, sodass es passieren kann, dass man sich für einen Termin anmeldet und ein anderer Referendar einen aus der Liste löscht und sich selbst einträgt.
Die mündliche Prüfung
Vor der mündlichen Prüfung findet ein Vorgespräch mit dem Vorsitzenden Prüfer statt. Das Gespräch selbst ist unspektakulär, allerdings gibt es einem die Möglichkeit erste Sympathiepunkte bei dem Prüfer zu sammeln.
Auch erhält man in Hamburg gemeinsam mit den Ergebnissen der Klausuren das Datum der mündlichen Prüfung, also deutlich, bevor man die Ladung zur mündlichen Prüfung erhält. Dies ist sehr angenehm, da es die Planung für die Zeit nach dem Referendariat vereinfacht.
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