Anwaltsstation bei Kirkland & Ellis

2025
München
Corporate
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JurInsight Score
Zur Vorgehensweise
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Arbeitsatmosphäre
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Work-Life-Balance
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Ausbildung
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Einblicke
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Gehalt
1500
€ / Wochen­arbeitstag
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Referendare bekommen bei Kirkland einen authentischen Einblick in die Arbeit als Rechtsanwalt.
  • Die Arbeitszeiten schwanken stark, während man teilweise sehr intensiv arbeitet, hat man an anderen Tagen quasi nichts zu tun.
  • Die anderen Referendare und Wissenschaftlichen Mitarbeiter sind sehr nett und es gibt viele Gelegenheiten, sich gegenseitig kennenzulernen.
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Erfahrungs­bericht

Der nachfolgende Bericht basiert auf den Erfahrungen einer Referendarin/eines Referendars, die/der ihre/seine Anwaltsstation bei Kirkland & Ellis im Corporate in München absolviert hat und gibt ihre/seine persönlichen Eindrücke aus dieser Zeit wieder.

Was sind die Tätigkeits­schwerpunkte des Bereichs?

  • Kirkland & Ellis ist die größte Anwaltskanzlei der Welt. Ein großer Fokus der Kanzlei liegt auf dem Gesellschaftsrecht.
  • Kirkland unterscheidet im Gesellschaftsrecht zwischen dem Bereich „Core Corporate“ und „M&A“. Im „Core-Corporate“ werden die klassischen gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen bearbeitet. Das bedeutet, dass Private Equity Investoren beispielsweise zu Gesellschafterversammlungen oder Gesellschafterbeschlüssen beraten werden.
  • Im M&A werden vorrangig Finanzinvestoren zu Unternehmensübernahmen und Zusammenschlüssen beraten. Ein wichtiger Bestandteil im Rahmen einer Unternehmensübernahme bzw. eines Unternehmenszusammenschlusses besteht darin, die Due-Diligence-Prüfung vorzunehmen. Konkret bedeutet das, alle rechtlichen Probleme zu identifizieren und zu prüfen.
  • Kirkland ist in Deutschland eine recht kleine Kanzlei und hat „nur“ zwei Büros und eine mittlere zweistellige Anzahl an Rechtsanwälten.  
  • Die geringe Größe hat für Referendare den Vorteil, dass Referendare teilweise sehr tief in die Entscheidungen eingebunden werden. So wurde mir beispielsweise sehr häufig die gesamte Transaktion ausführlich erläutert. Während ich bei anderen Großkanzleien häufig den Hintergrund meiner Aufgabe nicht kannte, ist dies bei Kirkland nur selten vorgekommen. Durch diesen Gesamtüberblick waren auch vermeintlich langweilige Aufgaben (z.B. Unterlagen im Rahmen von Due-Diligence-Prüfungen prüfen) spannender.
  • Der Fokus von Kirkland liegt ganz stark auf der Beratung von Private Equity Fonds, andere Mandanten werden nur selten beraten.
  • Das M&A-Geschäft ist sehr zyklisch. Teilweise arbeiten Anwälte deshalb mehrere Tage oder Wochen fast gar nicht. An anderen Tagen oder Wochen ist die Arbeitsbelastung demgegenüber extrem hoch, sodass es auch zu Nacht- und Wochenendarbeit kommt.

Was waren deine Aufgaben?

  • Als Referendar habe ich bei M&A-Transaktionen vorrangig bei Due-Diligence-Prüfungen unterstützt.
  • Dazu habe ich auch häufig kleinere Rechtsrecherchen übernommen. Wenn also im Rahmen einer Transaktion eine Rechtsfrage auftritt, war es üblich, dass Referendare diese Rechtsfrage recherchieren.
  • Kirkland hat ein Poolsystem, das bedeutet, dass Referendare und Wissenschaftliche Mitarbeiter nicht nur für ihren Mentor arbeiten, sondern die Rechtsanwälte auf den Pool der Referendare und Wissenschaftlichen Mitarbeiter zurückgreifen können. Auf diesem Weg lernt man als Referendar viele verschiedene Rechtsanwälte kennen.
  • Wenn eine Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt gut funktioniert, ist es allerdings üblich, dass man im Lauf der weiteren Station direkt mit diesem zusammenarbeitet bzw. die Aufgaben direkt von dem Rechtsanwalt erhält.
  • Die Einbindung hat mir sehr gut gefallen. Es wurde sich insbesondere darum bemüht, Referendaren einen ganzheitlichen Überblick über das Mandat zu verschaffen. Auf diesem Weg habe ich einen guten Einblick in die Arbeit der Rechtsanwälte erhalten.
  • Allerdings war die Einbindung auch davon abhängig, wie stark die Arbeitsauslastung im Team war. Wenn viel zu tun war, wurde sich nachvollziehbarerweise weniger Zeit für die Ausbildung genommen, als wenn die Auslastung gering war.

Wie sah ein typischer Arbeitstag aus?

  • Bei Kirkland gibt es morgens und mittags ein Buffet, sodass man weder Frühstück noch Mittagessen kaufen muss. Das Essen ist auch wirklich lecker und nahrhaft.
  • Es gibt sehr regelmäßig Events, die auch häufig mit einem Essen verbunden sind.
  • Beispielsweise gibt es für Referendare eine Vortragsreihe, in der die jeweiligen Rechtsgebiete, zu denen Kirkland berät, vorgestellt werden.
  • Die anderen Wissenschaftlichen Mitarbeiter und Referendare waren super nett. Dazu war auch die Stimmung wirklich gut. Aufgrund der vielen gemeinsamen Mittags- und Frühstückspausen hatte ich sehr viele Möglichkeiten, mit anderen Referendaren in Kontakt zu kommen.
  • Die Kanzlei hat einen sehr ausgeprägten „Kirkland-Spirit“, der das ausgeprägte Selbstbild der Kanzlei zum Ausdruck bringt. Mir hat diese Atmosphäre nicht so gut gefallen, weil es unter anderem darum ging, sich stark von anderen Kanzleien und deren Arbeitsweise abzugrenzen.
  • Dazu fand ich, dass der Teamspirit in der Kanzlei weniger ausgeprägt war als in anderen Kanzleien. Ich hatte häufig das Gefühl, dass jeder Anwalt sich auf sich selbst fokussiert und die Zusammenarbeit im Team dabei nicht so im Vordergrund steht.
  • Der Umgang war teilweise recht forsch und direkt, insbesondere in stressigen Zeiten.

Was hat dir besonders gut gefallen?

  • Die sehr hohe Vergütung ist ein klarer Vorteil von Kirkland. Wenn man die Anwaltsstation bei Kirkland verbringt, kann man hohe Rücklagen bilden, um mit diesen Rücklagen beispielsweise eine spannende Wahlstation zu finanzieren.
  • Die enge Zusammenarbeit mit anderen Referendaren. Dazu waren die Referendare der Kanzlei auch wirklich nett und kompetent. Durch die vielen gemeinsamen Pausen und Events hatte ich viele Gelegenheiten, die anderen Referendare kennenzulernen.
  • Es gibt nur sehr wenig Anwälte und Referendare, die aus dem Homeoffice arbeiten. Entsprechend gibt es viel Austausch im Büro, was insbesondere für Referendare, die für die Station nach München ziehen, sehr angenehm ist.
  • Referendare bekommen einen authentischen Einblick in die Arbeit von Kirkland. Für die Berufsorientierung ist die Station also hervorragend geeignet. Ich hatte auch das Gefühl, dass man deutlich bessere Einblicke in die Arbeit der Kanzlei erhält als bei anderen Kanzleien. Dazu wurde Referendaren keine „geschönte“ Version der Arbeit gezeigt.

Was hat dir nicht gefallen bzw. wo siehst du Verbesserungsbedarf?

  • Die Anwälte bei Kirkland halten sehr viel von sich, dieses Selbstbild wurde auch recht häufig zum Ausdruck gebracht.
  • Man sollte wissen, dass die Anwälte bei Kirkland sehr viel arbeiten. Entsprechend arbeiten auch Referendare teilweise sehr lange. Wenn dringende Aufgaben anstanden, ist es auch regelmäßig passiert, dass ich bis in die Nacht gearbeitet habe.
  • Mir persönlich hat der direkte Umgangston in der Kanzlei nicht so gut gefallen. Wer es allerdings mag, sehr direktes Feedback zu erhalten, ist bei Kirkland gut aufgehoben.

Wie zeitintensiv war die Station?

  • Wenn viel zu tun ist, dauert die Arbeit abends teilweise auch sehr lang. So ist es teilweise vorgekommen, dass ich bis 23 Uhr gearbeitet habe.
  • An den meisten Tagen habe ich circa um 20 Uhr Feierabend gemacht.
  • Bei den Arbeitszeiten sollte man bedenken, dass die Arbeit häufig erst circa um 10:30 oder 11 Uhr angefangen hat. Der Tag startet also auch erst recht spät, was die späten Arbeitsstunden teilweise relativiert.
  • Am Wochenende habe ich grundsätzlich nicht gearbeitet, auch in den sehr stressigen Phasen nicht.
  • Ich habe 5 Tage in der Woche gearbeitet. Wie man die Arbeitstage verteilt, bleibt einem selbst überlassen, man kann also auch weniger Tage in der Woche arbeiten (z.B. 4 Tage in der Woche).
  • Ich hatte völlig ausreichend Zeit für die Examensvorbereitung.
  • Referendare haben die Möglichkeit, während der Arbeitszeit die Arbeitsgemeinschaft zu besuchen.

Gibt es besondere Ausbildungs­angebote, wenn ja welche?

  • Es gab Ausbildungsangebote (z.B. Klausuren und Seminare), die ich allerdings nicht in Anspruch genommen habe.

Wie weit im Voraus wurde sich auf die Station beworben?

  • 12 Monate
  • Normale Bewerbung

Wie würdest du die Station bewerten? (Skala: 1-10; 1 = sehr schlecht, 10 = sehr gut)

  • 6
  • Auch wenn mir die Kanzlei persönlich nicht zugesagt hat, würde ich die Station noch einmal bei Kirkland absolvieren. Es ist eine sehr gute Gelegenheit, Kirkland kennenzulernen.