Verwaltungsstation beim Deutschen Generalkonsulat in Sydney

2025
Sydney
Rechtsabteilung
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Zur Vorgehensweise
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Arbeitsatmosphäre
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Work-Life-Balance
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Ausbildung
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Einblicke
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Gehalt
0
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Zeit in Australien war sehr gut, um das Land kennenzulernen.
  • Ein Generalkonsulat arbeitet ähnlich wie ein Einwohnermeldeamt. Es wird wenig politische Arbeit an einem Konsulat gemacht.
  • Referendare können bei einem Konsulat intensiv mitarbeiten, sodass man einen guten Einblick in die Arbeit des Konsulats erhält.

Erfahrungs­bericht

Der nachfolgende Bericht basiert auf den Erfahrungen einer Referendarin/eines Referendars, die/der ihre/seine Verwaltungsstation beim Generalkonsulat in Sydney, Australien absolviert hat und gibt ihre/seine persönlichen Eindrücke aus dieser Zeit wieder.

Was sind die Tätigkeits­schwerpunkte des Bereichs?

  • Ein Konsulat übernimmt andere Aufgaben als eine Botschaft. Während die Botschaften viele politische und repräsentative Aufgaben übernehmen, sind die Konsulate vorrangig für Verwaltungsaufgaben zuständig.
  • Es werden unter anderem die folgenden Themen bearbeitet:
    • Staatsangehörigkeitssachen: z.B. Einbürgerung von Leuten usw.
    • Passsachen
    • Visumssachen
    • Konsularische Betreuung
    • Namensrecht
    • Erbrecht: z.B. die Erteilung von Erbscheinen
  • Es gibt keine spezialisierten Abteilungen. Insgesamt arbeiten circa 20 Leute in dem Konsulat. Dabei sind die Aufgaben natürlich verteilt, es gibt allerdings keine strenge Unterteilung in bestimmte Abteilungen.
  • Ein Konsulat entspricht eher einem Einwohnermeldeamt als einer Botschaft.

Was waren deine Aufgaben?

  • Ich habe das Team bei allen anstehenden Aufgaben unterstützt.
  • Eine meiner Hauptaufgaben bestand darin, bei Passsachen zu unterstützen. In Australien halten sich sehr viele deutsche Staatsbürger auf, sodass es häufig darum geht, Pässe auszutauschen, verlorene Pässe zu ersetzen usw.
  • Zu meinen Aufgaben hat es auch gehört, sehr viele Bescheide zu verfassen.
  • Sofern rechtliche Fragen aufgetreten sind, habe ich diese häufig recherchiert. So ging es beispielsweise mehrfach um Fragen zum Recht der Wiedereinbürgerung und Fragen rund um die Möglichkeit der Wiedereinbürgerung von Menschen, die vor dem NS-Staat geflohen sind.
  • Die Entscheidung über die Wiedereinbürgerung wird vom Bundesverwaltungsamt getroffen. Allerdings ist das Konsulat dafür zuständig, den Antrag zusammenzustellen und sich die erforderlichen Unterlagen vorlegen zu lassen. Durch diese Arbeit hatte ich auch sehr viel Kontakt zu den Bürgern.
  • Dazu unterstützt das Konsulat auch die deutsche Botschaft, wenn im Rahmen einer Krise Unterstützung benötigt wird.
  • Die Arbeit war insgesamt recht abwechslungsreich, wenn Veranstaltungen anstanden, konnte ich grundsätzlich mitkommen.
  • Die Rechtsgebiete, mit denen ich Kontakt hatte, waren Rechtsgebiete, mit denen ich bisher wenig Kontakt hatte (z.B. das Passrecht).
  • Ich habe Personen bei Erbscheinsanträgen unterstützt.

Wie sah ein typischer Arbeitstag aus?

  • Ich habe sehr viele Mails am Tag geschrieben. Aufgrund des direkten Kontakts mit den Bürgern sind viele Fragen direkt bei mir gelandet.  
  • Bei vielen der Fragen handelt es sich um Fragen, die sich mit einer einfachen Internetrecherche beantworten lassen, sodass die Arbeit weniger durch die Qualität als die Quantität der Fragen schwierig wird.
  • Teilweise sind allerdings auch schwierige Fragen aufgekommen (z.B. Fragen aus dem Erbrecht beim Erteilen der Erbscheine).
  • Manche Aufgaben waren auch eher exotisch, beispielsweise die Betreuung des Social-Media-Accounts des Konsulats.
  • Ich hatte die Möglichkeit, bei der deutschen Botschaft in Canberra, bei einer Anwaltskanzlei und dem Goethe-Institut zu hospitieren.
  • Es gab gelegentlich Events bzw. Lunchrunden von deutschen Anwaltskanzleien in Australien, an denen ich teilnehmen konnte.
  • Referendare konnten einen Studientag in der Woche nehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, diese Studientage „verblockt“ zu nehmen. Das Angebot ist besonders attraktiv, wenn man die Zeit lieber zum Reisen als für die Examensvorbereitung nutzen möchte.  
  • Freitags konnte ich teilweise schon um 14 Uhr Feierabend machen, sodass ich ausreichend Zeit für Trips am Wochenende hatte.

Was hat dir besonders gut gefallen?

  • Die Zeit in Australien hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Alleine die Möglichkeit, für eine Zeit in Australien zu leben, hat mir sehr gut gefallen.
  • Der viele Kontakt mit den Bürgern, mit dem Auswärtigen Amt in Berlin usw.
  • Ich wurde direkt als vollwertige Mitarbeiterin in das Team aufgenommen.

Was hat dir nicht gefallen bzw. wo siehst du Verbesserungsbedarf?

  • Man sollte wissen, dass es keine Botschaft ist. Es ist also keine politische Arbeit, sondern ein deutsches Bezirksamt in Australien. Entsprechend finden in Botschaften auch deutlich mehr Veranstaltungen usw. statt.

Wie zeitintensiv war die Station?

  • Grundsätzlich waren die Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr
  • Freitags war eher so um 14 Uhr Feierabend.
  • Ich habe eigentlich jeden Abend etwas gemacht, Australien und erst recht Sydney hat unfassbar viel zu bieten.
  • Es ist kein Problem, früher anzufangen zu arbeiten, dann kann man auch früher Feierabend machen.
  • Am Wochenende war ich viel unterwegs (z.B. Wochenendtrips, Wanderungen usw.).
  • Wenn man mit der Arbeit fertig ist, kann man nach Hause gehen, man hat keine Facetime.

Gibt es besondere Ausbildungs­angebote, wenn ja welche?

  • Es gab einen Lerntag in der Woche (s.o.).  
  • Abgesehen davon gab es keine Lernangebote.

Wie weit im Voraus wurde sich auf die Station beworben?

  • Die Bewerbung erfolgt über das Portal vom Auswärtigen Amt.

Wie würdest du die Station bewerten? (Skala: 1-10; 1 = sehr schlecht, 10 = sehr gut)

  • 9
  • Man sollte wissen, dass die Arbeit eher repetitiv und auch nicht wirklich anspruchsvoll ist, sodass die Lernkurve eher flach ist.