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Veröffentlichen als Jurastudent

Publizieren als (Jura-)Student – Wo und wie geht es am besten?

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JurInsight Team
Aktualisiert am 
11.4.2024
8
 Min. Lesedauer

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Veröffentlichung in einer rechtswissenschaftlichen Fachzeitschrift bietet eine einzigartige Gelegenheit, bereits im Studium in die Welt des wissenschaftlichen Schreibens einzutauchen.
  • Studentische Rechtszeitschriften bieten nicht nur eine tolle Plattform für Veröffentlichungen, sondern auch Möglichkeiten für Studierende, ehrenamtlich redaktionelle Erfahrungen zu sammeln und Teil einer Gemeinschaft zu werden, die sich für juristische Forschung und Diskussion einsetzt.  
  • Die Veröffentlichung der ersten juristischen Fachpublikation ist  nicht nur ein Beweis für die Fähigkeit, komplexe rechtliche Fragen zu analysieren und zu diskutieren, sondern kann auch ein Sprungbrett für zukünftige Möglichkeiten in der Wissenschaft und Praxis sein.

Während des Jurastudiums eignet man sich eine unglaubliche Menge Wissen an und lernt juristische Problem argumentativ überzeugend zu lösen. Für viele Studierende ist es spannend, diese Fähigkeiten nicht nur in Klausuren anzuwenden, sondern auch in Fachartikeln eigene Argumente zu präsentieren. Dennoch ist es noch immer selten, dass deutsche Jurastudenten eigene Beiträge publizieren.

Unabhängig davon, ob der Artikel ein neues juristisches Problem zu beleuchtet, einen bestehenden Diskurs zu bereichert oder eine innovative Lösung für eine rechtliche Herausforderung vorstellt – eine Fachpublikation bereits während des Studiums ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, juristische Expertise zu zeigen und einen wertvollen Beitrag zur Rechtswissenschaft zu leisten.  

Dieser Artikel richtet sich an ambitionierte Jurastudenten, die daran interessiert sind, ihre erste Fachpublikation zu verfassen und zu veröffentlichen. Wir werden untersuchen, warum man bereits im Studium publizieren sollte, warum eine Veröffentlichung in einer studentischen Rechtszeitschrift ein sinnvoller Schritt sein kann, welche Vorteile sich daraus ergeben und wie der Weg von der Themenfindung bis zur Veröffentlichung aussieht. Zudem bieten wir einen Überblick über einige der bekanntesten studentischen Rechtszeitschriften in Deutschland und geben praktische Tipps für den gesamten Prozess der Manuskripterstellung und -einreichung.  

Warum sollte man bereits während des Studiums in Zeitschriften publizieren?

Die Veröffentlichung in einer rechtswissenschaftlichen Fachzeitschrift bietet eine einzigartige Gelegenheit, bereits im Studium in die Welt des wissenschaftlichen Schreibens einzutauchen. Hier sind einige Gründe, warum dies ein lohnenswerter Schritt ist:

  1. Einstieg in die wissenschaftliche Gemeinschaft: Die Veröffentlichung eines Fachartikels ist ein wichtiger Schritt, um Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu werden. Sie ermöglicht es, die eigene Forschung mit einem breiteren Publikum zu teilen und Anerkennung für die eigenen Ideen und Lösungsansätze zu erhalten.
  1. Aufbau von akademischem Renommee: Eine erfolgreiche Veröffentlichung kann die Tür zu weiteren akademischen Möglichkeiten öffnen, wie Einladungen zu Konferenzen, Netzwerkveranstaltungen oder sogar zukünftigen Forschungsprojekten.
  1. Praktische Erfahrungen im wissenschaftlichen Schreiben: Durch den Prozess des Schreibens, Einreichens und Überarbeitens eines Artikels trainiert man wichtige Fähigkeiten im wissenschaftlichen Schreiben, die für die weitere akademische und sonstige berufliche Laufbahn von Nutzen sind.
  1. Feedback von Professoren und anderen: Je nach Zeitschrift bietet der Publikationsprozess eine Möglichkeit, um Feedback von anderen Jurastudierenden und oft auch von Dozenten zu erhalten, was zur Verbesserung der eigenen Arbeit und zur Entwicklung kritischer Denkfähigkeiten beitragen kann.

Wo kann man als Student publizieren?

Grundsätzlich gibt es eine unüberschaubare Zahl juristischer Fachzeitschriften, in denen man veröffentlichen könnte. Allein im zivilrechtlichen Bereich ist Bandbreite riesig. Von zentralistischen und eher praxisbezogenen Zeitschriften wie der NJW bis zu Zeitschriften wie der ZHR, die umfangreiche wissenschaftliche Beiträge zum Handels-, Gesellschafts- und Wirtschaftsrechts publiziert und damit zu seiner Fortentwicklung und wissenschaftlichen Durchdringung beiträgt.

So unterschiedlich die jeweiligen Fachzeitschriften sind, so haben sie doch gemeinsam, dass sie selten Beiträge von Studenten veröffentlichten. In den überwiegenden Fällen, in denen Studenten in solchen Fachzeitschriften veröffentlichen, sind sie Co-Autor mit einem erfahreneren Praktiker oder Professor.

Daher bieten sich für Studenten vor allem zwei Optionen. Die Veröffentlichung eines didaktischen Beitrags in einer der klassischen Ausbildungszeitschriften JuS, JA, Jura oder ZJS oder Veröffentlichung in einer der immer zahlreicher werdenden studentischen Rechtszeitschriften.  

Die richtige Wahl hängt von der eigenen Präferenz ab. Vorteil der studentischen Rechtszeitschriften ist, dass diese zumindest teilweise auch wissenschaftliche Beiträge publizieren und es tendenziell etwas einfacher ist, den eigenen Beitrag unterzubringen. Vorteil von JuS, JA und Jura, dass sie (zumindest noch) ein höheres Renommee haben.

Vorteile von Publikationen in studentischen Rechtszeitschriften

Die Veröffentlichung in studentischen Rechtszeitschriften bietet spezifische Vorteile, die sie von anderen Publikationsmöglichkeiten für Studenten unterscheiden. Diese Vorteile umfassen:

  1. Erreichbarkeit und Unterstützung: Studentische Rechtszeitschriften sind oft zugänglicher für neue Autoren, insbesondere Studierende, die ihre erste Veröffentlichung anstreben. Sie bieten in der Regel eine unterstützende Umgebung, die speziell darauf ausgerichtet ist, junge Wissenschaftler im Publikationsprozess zu fördern.
  1. Feedback von Gleichaltrigen: Im Gegensatz zu traditionellen juristischen Fachzeitschriften bieten studentische Publikationen teilweise eine Plattform, auf der Studierende Feedback von ihren Peers erhalten können. Dieser Peer-Review-Prozess unter Gleichaltrigen kann besonders lehrreich und motivierend sein.
  1. Netzwerkaufbau innerhalb der juristischen Fakultät: Die Mitwirkung an einer studentischen Rechtszeitschrift oder die Veröffentlichung darin ermöglicht es den Studierenden, ein Netzwerk innerhalb der eigenen Fakultät und darüber hinaus aufzubauen. Diese Kontakte können für zukünftige akademische oder berufliche Möglichkeiten wertvoll sein.
  1. Praxisorientierte Erfahrung: Die Arbeit an einer Publikation ermöglicht es den Studierenden, praktische Erfahrungen im wissenschaftlichen Schreiben, in der Forschung und in der kritischen Analyse zu sammeln. Diese Fähigkeiten sind im weiteren Verlauf des Studiums und in der beruflichen Laufbahn von großem Nutzen.
  1. Anerkennung und Sichtbarkeit: Eine Veröffentlichung in einer studentischen Rechtszeitschrift kann Studierenden helfen, Anerkennung für ihre akademischen Leistungen zu erlangen und ihre Sichtbarkeit in der juristischen Gemeinschaft zu erhöhen.
  1. Netzwerkaufbau: Die Beteiligung an einer studentischen Rechtszeitschrift kann dazu beitragen, ein Netzwerk von Kontakten zu Kommilitonen, Professoren und Juristen aufzubauen, was für zukünftige Karrierechancen wertvoll sein kann.

Übersicht studentischer Rechtszeitschriften in Deutschland

Während von Studenten administrierte Rechtszeitschriften in den USA schon lange Tradition haben (die UPenn veröffentlichte bereits 1852 das erste studentische Law Journal) und hoch angesehen sind, sind diese in Deutschland noch recht jung. Die derzeit in Deutschland existierenden studentischen Rechtszeitschriften, die eine Plattform für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten von Jurastudierenden bieten, starten alle erst in den 2000ern.  

Diese Zeitschriften sind in der Regel eng mit Universitäten verbunden und decken ein breites Spektrum juristischer Themen ab. Beispiele sind etwa:  

  • Frankfurt Law Review: Ziel der FraLR ist es, insbesondere Studierenden eine wissenschaftliche Stimme zu geben und den juristischen Diskurs mit dem Potential dieser sonst nicht gehörten Stimme zu bereichern und mitzugestalten; sie bietet aber auch eine Plattform für sonstige Rechtswissenschaftler:innen und Jurist:innen aus Wissenschaft und Praxis. Die studentischen Aufsätze stammen aus allen Rechtsgebieten sowie aus Rechtsgeschichte und -philosophie und beruhen häufig auf Seminar- oder wissenschaftlichen Hausarbeiten.  
  • Bucerius Law Journal: Das BLJ erscheint zweimal jährlich sowohl online als auch gedruckt und möchte Rechtswissenschafter:innen und Praktiker:innen, aber vor allem auch Studierenden die Möglichkeit geben, wissenschaftliche Beiträge zu veröffentlichen. Um die Qualität der Beiträge zu gewährleisten, erfolgt die Auswahl auf der Basis eines unparteiischen Peer-Review-Verfahrens. Einen besonderen inhaltlichen Fokus legt das Journal auf Themen rund um die Wirtschaftspraxis und das juristische Studium. Freilich wird auf Vielfalt Wert gelegt und es werden auch andere Beiträge gerne angenommen, die sich besonders auszeichnen, etwa indem sie eine aktuelle Fragestellung besprechen und einen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte leisten.
  • AD LEGENDUM: Die juristische Ausbildungszeitschrift aus Münster wird vierteljährlich publiziert und ist nach 20 Jahren Tätigkeit die größte Zeitschrift ihrer Art in Deutschland. Mit einer Auflage von derzeit 1.000 Exemplaren ist sie fester Bestand von rund 120 Fachbibliotheken, unter anderem aller Bundesgerichte. Die Zeitschrift wird studentisch geführt und akquiriert ihre Autor:innen aus Wissenschaft und Praxis, von wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen, über Professor:innen bis hin zu Praktiker:innen. Studentische Beiträge werden nur im Ausnahmefall akzeptiert, etwa im Rahmen eines Aufsatzwettbewerbes. Durch Beiträge zu rechtspolitisch aktuellen Schwerpunktthemen, durch examensrelevante Grundlagenaufsätze, Übungsfälle und Interviews werden alle drei großen Rechtsgebiete gleichmäßig abgedeckt. Neben rechtswissenschaftlich-theoretischen Beiträgen werden auch Informationen aus den Bereichen Studium und Praxis geboten.
  • StudZR: Die Studentische Zeitschrift für Rechtswissenschaft Heidelberg (StudZR) ist die älteste studentische Rechtszeitschrift Deutschlands. Die StudZR-Ausbildung vereint Falllösungen, didaktische Beiträge und Rezensionen und bietet Studierenden somit alle Materialien, um gut gerüstet in die nächste Hausarbeit- oder Klausurenphase zu starten. Die StudZR-WissOn öffnet Studierenden eine digitale Plattform für die Veröffentlichung erster rechtswissenschaftlicher Aufsätze in Form von Seminar- und Studienarbeiten. Die in der StudZR veröffentlichten Beiträge werden deutschlandweit gelesen und regelmäßig in Fachzeitschriften, Kommentaren und Lehrbüchern zitiert.
  • *studere: Die *studere ist eine studentisch geführte Rechtszeitschrift der Universität Potsdam. Studierende, Mitarbeitende und ProfessorInnen haben die Möglichkeit wissenschaftliche Aufsätze zu veröffentlichen und so in die Welt des studentischen Publizierens einzutauchen. Des Weiteren beinhaltet die *studere auch Übungsklausuren und ist somit eine optimale, ergänzende Klausurvorbereitung. Die Ausgaben erscheinen mindestens einmal jährlich. Startet mit *studere in eure juristische AutorInnenkarriere!
  • Hamburger Rechtsnotizen: Die Hamburger Rechtsnotizen sind eine juristische Fachzeitschrift, die von uns – Studierenden der Fakultät für Rechtswissenschaft der Uni Hamburg – seit 2010 redaktionell betreut wird. Besonders am aktuellen wissenschaftlichen Diskurs orientiert, veröffentlichen wir auf allen Rechtsgebieten und den Grundlagen des Rechts. Unser Ziel ist die Förderung des rechtswissenschaftlichen Austauschs unabhängig von Ausbildungsstand und Berufsgruppe. Wir möchten dabei insbesondere junge und neue Stimmen in den Diskurs einbringen, und freuen uns über studentische Beiträge aus allen Semestern! Neben Aufsätzen sind wir auch offen für neue kreative Formate. Die Zeitschrift erscheint sowohl online als auch in Druckfassung.
  • Leipzig Law Journal: Das Leipzig Law Journal ist eine studentische Fachzeitschrift nach dem Vorbild US-amerikanischer Law Reviews. In dieser soll jungen  Rechtswissenschaftler:innen und inbesondere Studierenden eine Plattform für erste Veröffentlichungen geboten werden, um dadurch neuen Stimmen in der Rechtswissenschaft Raum zu geben. Die Redaktion überarbeitet die Einsendungen nach dem Prinzip der "Peer Review". Dabei wird die Redaktion von einem akademischen Beirat fachlich unterstützt. Das Leipzig Law Journal erscheint zweimal jährlich als Online-Ausgabe und ist kostenlos abrufbar.
  • Weitere Zeitschriften sind: Rescriptum; Göttinger Rechtszeitschrift; Bonner Rechtsjournal; Marburg Law Review; FreiLaw; GreifRecht; Göttinger Rechtszeitschrift; Hanse Law Review; Hanover Law Review; Der Jurist.

Studentische Zeitschriften bieten nicht nur eine Plattform zur Veröffentlichung, sondern auch Möglichkeiten für Studierende, ehrenamtlich redaktionelle Erfahrungen zu sammeln und Teil einer Gemeinschaft zu werden, die sich für juristische Forschung und Diskussion einsetzt.  

Der Weg zur ersten Fachpublikation

Der gesamte Prozess bis zur Veröffentlichung der ersten Publikation kann für Jurastudierende eine herausfordernde, aber lohnende Erfahrung sein. Der konkrete Prozess unterscheidet sich je nach Zeitschrift, insofern sind die folgenden Schlüsselschritte nur exemplarisch für einen wissenschaftlichen Beitrag, der von Grund auf neu konzipiert wird:

  1. Themenwahl: Die Themenwahl ist einer der schwierigsten Punkte, wenn es nicht wie bei einer Seminararbeit vorgegeben wird. Man sollte ein Thema wählen, für welches man sich leidenschaftlich interessiert und bei dem man einen tatsächlichen Mehrwert für den aktuellen juristischen Diskurs leisten kann. Kurz gesagt: Es sollte relevant, spezifisch und gut recherchierbar sein.
  1. Recherche: Der nächste Schritt ist eine gründliche Literaturrecherche, um sicherzustellen, dass der eigene Denkansatz neuartig ist und die bestehende Forschung ergänzt.  
  1. Manuskripterstellung: Danach kommt der umfangreiche Schritt, die Erstellung des Manuskripts. Dies sollte eine klare Struktur haben, die Einleitung, Hauptteil und Schlussfolgerung umfasst. Es ist elementar, darauf zu achten, dass man Argumente logisch entwickelt und sämtlichen Quellen korrekt zitiert.
  1. Feedback einholen: Dieser Schritt ist zwar optional, aber die Erfahrung zeigt, dass sich die Qualität des Manuskripts deutlich verbessert, wenn man dazu konstruktive Feedback von Kommilitonen, Mentoren oder Professoren einholt.  
  1. Einreichung: Dann gilt es eine passende Rechtszeitschrift für die Veröffentlichung auszuwählen. Dazu kann man die Einreichungsrichtlinien der Zeitschrift durchgehen. Wenn man die passende Zeitschrift gefunden hat, muss man sein Manuskript nur noch final an deren Vorgaben anpassen und kann es einreichen.  
  1. Peer-Review-Prozess: Nach der Einreichung wird das Manuskript geprüft. Dabei kann es z.B. einem Peer-Review-Prozess unterzogen werden, bei dem es von Experten (häufig Professoren) auf dem entsprechenden Rechtsgebiet begutachtet wird. Dabei sollte man offen für Kritik und bereit sein, das Manuskript basierend auf dem erhaltenen Feedback zu überarbeiten.
  1. Überarbeitung und Annahme: Wenn der Artikel akzeptiert wird, folgt auf eine möglicherweise erforderliche Anpassung der Prozess der Endredaktion und schließlich die Veröffentlichung.
  1. Promotion: Schließlich sollte man nach der Veröffentlichung nicht vergessen den Artikel bewerben, z. B. indem man ihn auf sozialen Medien wie LinkedIn teilt.  

Einige studentische Fachzeitschriften veröffentlichen auch und vor allem gelungene Seminararbeiten, hier hat man die Schritte 1 bis 4 bereits im Zusammenhang mit der Seminararbeit hinter sich gebracht, sodass der Publikationsprozess mit Schritt 5 beginnt.  

Wie erstellt man ein Manuskript?

Die Erstellung eines wissenschaftlichen Manuskripts ist ein zentraler Schritt auf dem Weg zur Veröffentlichung. Das sind die wichtigsten Aspekte, die Jurastudierende bei der Erstellung ihres Manuskripts berücksichtigen sollten:

  1. Struktur des Manuskripts: Ein typisches juristisches Manuskript folgt einer klaren Struktur: Einleitung, Hauptteil (mit mehreren Unterteilungen je nach Thema), und Schlussfolgerung. Diese Struktur hilft dabei, Argumente logisch und verständlich zu präsentieren.
  1. Einleitung: In der Einleitung sollte das Thema vorgestellt, seine Relevanz erläutert und die zentralen Fragen oder Thesen, die behandelt werden, skizziert werden. Ziel ist es, das Interesse der Leser zu wecken und den Kontext für die folgende Analyse zu setzen.
  1. Hauptteil: Im Hauptteil entfaltet man die eigenen Ideen. Dies kann die Analyse von Gesetzestexten, die Auswertung von Rechtsprechung oder die Diskussion akademischer Literatur umfassen. Wichtig ist, dass man die eigenen Argumente gut begründet und klar strukturiert.
  1. Schlussfolgerung: In der Schlussfolgerung fasst man die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und betont ihre Bedeutung für das Verständnis des behandelten juristischen Problems. Dies kann beispielsweise in Form von Thesen erfolgen. Zudem können offene Fragen oder Anregungen für weitere Forschung aufgezeigt werden.
  1. Wissenschaftlicher Schreibstil: Gutes juristisches Schreiben erfordert Klarheit, Präzision und eine logische Argumentation. Vermeide unnötig komplizierte oder verschachtelte Sätze und stelle sicher, dass die Argumente einfach nachvollziehbar und überzeugend sind.
  1. Zitieren: Es ist zwar eigentlich offensichtlich, aber korrektes Zitieren ist in der juristischen Fachliteratur essenziell. Stelle sicher, dass alle verwendeten Quellen (Gesetze, Urteile, Fachliteratur) nach den für die jeweilige Zeitschrift geltenden Zitierrichtlinien angegeben sind.
  1. Überarbeitung: Nachdem man den ersten Entwurf des Manuskripts fertiggestellt habe, sollte man ihn sorgfältig überarbeiten. Dabei sollte man vor allem auf folgende Aspekte achten: sprachliche Klarheit, logische Konsistenz und die Vollständigkeit der Argumentation. Wie bereits erwähnt sollte man unbedingt auch Feedback von anderen Juristen einholen und dieses in die Überarbeitung einfließen lassen.  

Langfristige Vorteile einer Veröffentlichung

Die Veröffentlichung einer Fachpublikation als Student bringt zahlreiche langfristige Vorteile mit sich, die sowohl die akademische als auch die berufliche Zukunft positiv beeinflussen können.

  1. Akademische Anerkennung: Eine Publikation ist ein sichtbares Zeichen des Engagements und der Expertise in einem Studien- oder Forschungsbereich. Durch eine Publikation erhöht die eigene Sichtbarkeit in der akademischen Gemeinschaft und kann sich die Tür zu weiteren Publikationen oder akademischen Positionen öffnen.
  1. Karriereentwicklung: Die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen kann im Bewerbungsprozess für ein LL.M. Studium hilfreich sein, da man dadurch die Fähigkeit zum kritischen Denken, zur Problemlösung und zur klaren Kommunikation demonstriert. Auch in der Praxis können Publikationen die Berufsaussichten verbessern und ein Vorteil gegenüber anderen Bewerbern sein.
  1. Netzwerkaufbau: Im Zusammenhang mit dem Publikationsprozess baut man Kontakte zu anderen Juristen, Akademikern und Fachleuten auf, was zu kollaborativen Projekten, Mentoring-Beziehungen oder anderen spannenden Chancen führen kann.
  1. Beitrag zum juristischen Diskurs: Indem man neue Ideen, Analysen oder Perspektiven teilt, trägt man direkt zur Entwicklung der Rechtswissenschaft bei. Dieses Gefühl kann besonders erfüllend sein, wenn der Aufsatz von anderen anerkannt und zitiert wird.
  1. Persönliche Erfüllung: Die Vollendung eines so Aufsatzprojekts bringt ein, stärkt das Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit, was dazu ermutigen kann, weitere Herausforderungen anzunehmen.
  1. Entwicklung von Forschungs- und Schreibfähigkeiten: Der Prozess der Erstellung und Veröffentlichung eines Fachaufsatzes hilft, wesentliche Fähigkeiten zu entwickeln, die in vielen juristischen und nicht-juristischen Lebensbereichen wertvoll sind.

Fazit  

Die Veröffentlichung der ersten juristischen Fachpublikation ist ein wichtiger Meilenstein in einer akademischen Laufbahn. Sie ist aber nicht nur ein Beweis für die Fähigkeit, komplexe rechtliche Fragen zu analysieren und zu diskutieren, sondern kann auch ein Sprungbrett für zukünftige Möglichkeiten in der Wissenschaft und Praxis sein.

Wir ermutigen alle Jurastudierenden, die Möglichkeit einer Veröffentlichung zu erkunden und zwar unabhängig davon, davon ob man eine Karriere in der Wissenschaft, einer Anwaltskanzlei oder in einer anderen juristischen Umgebung anstrebt. Die Erfahrungen, die man durch den Publikationsprozess gewinnt, sind von unschätzbarem Wert.

Die Reise mag herausfordernd sein, aber die Belohnungen sind sowohl persönlich als auch professionell immens. Deine Stimme ist eine wichtige Ergänzung zum juristischen Diskurs, und Deine Perspektiven können dazu beitragen, die Rechtstheorie und -praxis voranzubringen.  

Häufig gestellte Fragen