Strafstation bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe

2025
Itzehoe
Allgemein
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Zur Vorgehensweise
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Arbeitsatmosphäre
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Work-Life-Balance
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Ausbildung
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Einblicke
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Gehalt
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Arbeitsbelastung während der Strafstation war sehr hoch.
  • Insbesondere die Sitzungsdienste haben so viel Zeit in Anspruch genommen, dass die Zeit nicht ausgereicht hat, um selbstständig zu lernen.
  • Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft war sehr alt und hatte wenig Einblick in die aktuellen Anforderungen im Staatsexamen.

Erfahrungs­bericht

Der nachfolgende Bericht basiert auf den Erfahrungen einer Referendarin/eines Referendars, die/der ihre/seine Strafstation bei der Staatsanwaltschaft in Itzehoe absolviert hat und gibt ihre/seine persönlichen Eindrücke aus dieser Zeit wieder.

Was sind die Tätigkeits­schwerpunkte des Bereichs?

  • Im Rahmen der Strafstation bekommen Referendare in Schleswig-Holstein zwei Ausbilder. Ein Ausbilder übernimmt die Betreuung bei der Aktenarbeit. Der andere Ausbilder betreut die Sitzungsdienste.
  • Die Ausbilder stammen jeweils aus unterschiedlichen Bereichen, sodass Referendare automatisch Einblick in zwei verschiedene Bereiche erhalten. Der Ausbilder, der für die Sitzungsdienste zuständig war, war für Kapitaldelikte zuständig. Der Ausbilder, der die Bearbeitung der Akten betreut hat, ist für Delikte aus den Bereichen Häusliche Gewalt und Sexualstrafrecht verantwortlich. Der Ausbilder hat allerdings darauf geachtet, dass Referendare nicht die besonders schlimmen Akten bekommen.
  • Die Arbeit der Staatsanwälte ist grundsätzlich in allen Bereichen ähnlich. Es werden Strafverfahren betreut, das bedeutet, dass die Ermittlungen der Polizei geleitet werden sowie darüber entschieden wird, ob Strafverfahren eingestellt oder angeklagt werden.
  • Meine Ausbilder haben darauf geachtet, dass die von mir bearbeiteten Akten eine möglichst hohe Examensrelevanz haben.  
  • Insgesamt schwankt die Betreuung durch die Staatsanwälte stark. Während manche Staatsanwälte ein sehr hohes Interesse an einer guten Ausbildung hatten, gab es bei Mitreferendaren auch Ausbilder, die ihre Referendare nahezu gar nicht ausgebildet haben, sondern nur als Möglichkeit gesehen haben, Arbeit von anderen erledigen zu lassen.

Was waren deine Aufgaben?

  • Meine Hauptaufgabe im Rahmen der Strafstation bestand darin, Akten zu bearbeiten und Sitzungsdienste zu übernehmen.  
  • Bei der Bearbeitung von Ermittlungsakten haben meine Ausbilder darauf geachtet, dass die Ermittlungsakten „ausermittelt“ waren. Ich musste also grundsätzlich entscheiden, ob die Ermittlungen eingestellt werden, Anklage erhoben oder ein Strafbefehl erlassen wird. Bestandteil meiner Arbeit war dann auch, die Anklage bzw. den Strafbefehl zu verfassen.
  • Neben der allgemeinen Stationsarbeit hatte ich auch die Möglichkeit, an einer Hausdurchsuchung teilzunehmen, bei einer Obduktion dabei zu sein sowie bei einer Nachtschicht der Polizei dabei zu sein. Es war allerdings viel Eigeninitiative erforderlich, um bei diesen drei Sachen dabei zu sein.

Wie sah ein typischer Arbeitstag aus?

  • Referendare haben vor Ort bei der Staatsanwaltschaft keinen Arbeitsplatz.
  • Entsprechend arbeitet man grundsätzlich von zu Hause aus und kommt nur für einzelne Gespräche mit den Ausbildern zur Staatsanwaltschaft.
  • In meiner Zeit standen sehr viele Sitzungsdienste für Referendare an. Ich hatte an mindestens einem Tag in der Woche Sitzungsdienst. Dazu kommt, dass die Sitzungsdienste mit einem Staatsanwalt vor- und nachbesprochen werden. Sowohl die Vor- als auch die Nachbesprechung fanden jeweils an einem eigenen Termin bei der Staatsanwaltschaft statt. Entsprechend hatte ich sehr viel Fahrzeit in der Woche. Dadurch hat alleine der Sitzungsdienst fast drei Tage die Woche in Anspruch genommen.
  • Zusätzlich fand an einem Tag in der Woche die Arbeitsgemeinschaft statt. Zusammen mit dem Tag für die Besprechung der Strafakten war ich grundsätzlich 5 Tage in der Woche in Itzehoe bei der Staatsanwaltschaft.
  • Entsprechend musste ich die Arbeitsgemeinschaft am Wochenende vor- bzw. nachbereiten. Dadurch hatte ich fast keine Zeit dafür, eigenständig zu lernen. Entsprechend musste ich das examensrelevante Strafrechtswissen in den nächsten Stationen nachholen.
  • Dabei hatte ich noch recht viel Glück, weil ich nicht so viele Akten wie andere bekommen habe. Andere Referendare mussten zusätzlich über 10 Strafakten pro Woche bearbeiten. Diese Referendare mussten deshalb auch das Wochenende durcharbeiten.

Was hat dir besonders gut gefallen?

  • Die Ausbilder waren sehr engagiert, das Beste aus der Station herauszuholen. Beispielsweise wurde auf die Examensrelevanz der Arbeit geachtet. Außerdem waren die Ausbilder auch sehr hilfsbereit und haben mich beispielsweise auch dabei unterstützt, die Polizeifahrt zu machen usw.
  • Die Möglichkeit, an den Sonderveranstaltungen teilzunehmen (Obduktion usw.). Das waren spannende Einblicke, die man außerhalb des Referendariats nicht erhält.

Was hat dir nicht gefallen bzw. wo siehst du Verbesserungsbedarf?

  • Die Arbeitsgemeinschaft war wirklich überhaupt nicht hilfreich. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft ist selbst kein Prüfer im Staatsexamen und kennt sich entsprechend nicht wirklich mit den Anforderungen im Staatsexamen aus. Entsprechend hatte die Arbeitsgemeinschaft keinen Fokus auf die Examensvorbereitung, was aufgrund der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit sehr ungünstig war.
  • Die Unterlagen in der Arbeitsgemeinschaft waren teilweise sehr alt. Wir haben beispielsweise Klausuren aus dem Jahr 2005 besprochen. Entsprechend haben auch die Übungsklausuren kein realistisches Bild von den Anforderungen im Examen vermittelt.
  • Der starke Fokus auf den Sitzungsdienst. Die Sitzungsdienste haben so viel Zeit in Anspruch genommen, dass für alles andere keine Zeit übrig war.

Wie zeitintensiv war die Station?

  • Wie dargestellt lag der Arbeitsaufwand bei circa 6 bis 7 Tagen in der Woche. Neben der Stationsarbeit blieb fast keine Zeit für andere Aktivitäten, Übungsklausuren usw.
  • Für mich war die Strafstation eine der anstrengendsten Zeiten im Referendariat.

Gibt es besondere Ausbildungs­angebote, wenn ja welche?

  • Die Arbeitsgemeinschaft war – wie dargestellt – wenig hilfreich.

Wie weit im Voraus wurde sich auf die Station beworben?

  • -

Wie würdest du die Station bewerten? (Skala: 1-10; 1 = sehr schlecht, 10 = sehr gut)

  • 3