Jura-Referendariat in Brandenburg: Die Wahlstation und die mündliche Prüfung
Das Wichtigste in Kürze:
- Referendare haben in der Wahlstation sehr viel Auswahl bezüglich des Stationsgebers.
- Bevor Referendare einen Stationsgeber auswählen, ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was man in der Wahlstation machen möchte (z.B. Reisen, einen möglichen Arbeitgeber kennenlernen o.ä.).
- Brandenburg bietet einen Kurs an, der auf die mündliche Prüfung vorbereitet. Der Kurs ist primär darauf ausgerichtet, das Halten von Aktenvorträgen zu üben.
Praktische Ausbildung in der Wahlstation
Referendare haben bei der Wahlstation sehr viel Auswahl bezüglich des Stationsgebers. Vereinfacht gesprochen besteht die einzige Vorgabe darin, dass die Ausbildung durch einen Volljuristen erfolgt. Damit haben Referendare unzählige Möglichkeiten für die Ausgestaltung der Wahlstation. Neben klassischen Stationen (z. B. bei Gericht, einer Anwaltskanzlei oder der Verwaltung) kommen auch exotische Stationen, wie die folgenden, in Betracht:
- Rechtsabteilung von Trade Republic
- Notariat
- NGO (z.B. die Gesellschaft für Freiheitsrechte, Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit)
- Großkanzleien (z.B. Freshfields in New York, Hengeler Mueller in Berlin)
Bei der Auswahl der Station sollten Referendare folgende Faktoren berücksichtigen:
- Einblicke: Die Möglichkeit, Einblick in Bereiche zu erhalten, die später nicht mehr erlangt werden können. Nach dem Referendariat wird es beispielsweise deutlich schwieriger, für ein paar Monate für ein Ministerium, eine Botschaft oder auch eine Behörde zu arbeiten.
- Berufseinstieg: Die Wahlstation bietet eine sehr gute Gelegenheit, einen potenziellen Arbeitgeber genau kennenzulernen. Viele Referendare fangen nach dem Referendariat an, zu arbeiten. Entsprechend eignet sich die Wahlstation sehr gut, um zu schauen, ob man das Team mag und einem die Arbeit Spaß bringt.
- Gehalt: Wer die Wahlstation nutzen möchte, um Rücklagen zu bilden (z.B. für einen längeren Urlaub nach dem Referendariat oder einen LL.M.), der kann die Wahlstation auch nach der Vergütung auswählen. Bei Großkanzleien ist es möglich, mehrere tausend Euro im Monat zusätzlich zu verdienen.
- Ausland: Die Möglichkeit, seinen persönlichen Horizont durch Auslandserfahrung zu erweitern. Insbesondere für Referendare ohne Auslandssemester im Studium ist die Wahlstation eine gute Gelegenheit, Auslandserfahrung zu sammeln.
Arbeitsgemeinschaft während der Wahlstation
Während der Wahlstation findet eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft statt. Es besteht also keine Pflicht, an der Arbeitsgemeinschaft teilzunehmen. Die Arbeitsgemeinschaft konzentriert sich primär auf die Vorbereitung des Aktenvortrags.
- Umfang: Die Arbeitsgemeinschaft findet nicht dauerhaft parallel zur Wahlstation statt, sondern verblockt eine Woche lang.
- Inhalt: Die Arbeitsgemeinschaft besteht vorrangig aus dem Halten von Aktenvorträgen. Das bedeutet, dass nahezu ausschließlich Aktenvorträge gehalten werden und man Feedback zu den Aktenvorträgen erhält.
Wer gut vorbereitet in die mündliche Prüfung gehen möchte, hat mit der Arbeitsgemeinschaft die Möglichkeit, viel Erfahrung zu sammeln. Wer zusätzlich noch eigenständig lernen möchte, für den bieten sich insbesondere die Aktenvorträge aus NRW an.
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